Wir erinnern an die 2021 verstorbene Filmemacherin Tamara Trampe. In ihrem Film »Meine Mutter, ein Krieg und ich« geht sie gemeinsam mit Johann Feindt ihrer Familiengeschichte in der Ukraine nach. Ihre ukrainische Mutter kämpfte als Krankenschwester im Zweiten Weltkrieg in der Roten Armee und brachte ihre Tochter in Russland allein an der Front mitten im Winter zur Welt. Erst kurz vor ihrem Tod kann sie darüber sprechen: »Dieses ganze Erleben, das sich in mir angestaut hat, da habe ich so gezittert, da konnte ich nicht reden.«
Nach dem Tod der Mutter sucht Trampe in der Ukraine den einzigen überlebenden Onkel auf, sie besucht Kriegsveteraninnen, die als Krankenschwestern in der roten Armee gegen die deutsche Wehrmacht kämpften. Die alten Uniformjacken voller Orden werden aus den Schränken gekramt und mit ihnen die Erinnerungen, die oft noch tiefer weggepackt zu sein scheinen. Je tiefer Tamara in die Erinnerungen der Weggefährt*innen ihrer Mutter eintaucht, desto mehr kommen die Szenen ihrer eigenen Kindheit an die Oberfläche. So setzt der warmherzige Film persönliche Erinnerungen an die eigene Kindheit, Gespräche mit Zeitzeugen und das Betrachten der Familienfotos zu einem Puzzle zusammen. »Meine Mutter, ein Krieg und ich« ist auch ein Film über die Allgegenwärtigkeit des Krieges, Frauen an der Front und bleibende seelische Wunden. Es ist nicht dieser Krieg in der Ukraine. Aber auch dieser Krieg wird wieder traumatisierte Mütter und Kinder erzeugen. Und wieder werden sich Kinder auf die Suche nach Antworten begeben.
Tamara Trampe, Johann Feindt, DE 2014, 78min, OmeU
Wir erinnern an die 2021 verstorbene Filmemacherin Tamara Trampe. In ihrem Film »Meine Mutter, ein Krieg und ich« geht sie gemeinsam mit Johann Feindt ihrer Familiengeschichte in der Ukraine nach. Ihre ukrainische Mutter kämpfte als Krankenschwester im Zweiten Weltkrieg in der Roten Armee und brachte ihre Tochter in Russland allein an der Front mitten im Winter zur Welt. Erst kurz vor ihrem Tod kann sie darüber sprechen: »Dieses ganze Erleben, das sich in mir angestaut hat, da habe ich so gezittert, da konnte ich nicht reden.«
Nach dem Tod der Mutter sucht Trampe in der Ukraine den einzigen überlebenden Onkel auf, sie besucht Kriegsveteraninnen, die als Krankenschwestern in der roten Armee gegen die deutsche Wehrmacht kämpften. Die alten Uniformjacken voller Orden werden aus den Schränken gekramt und mit ihnen die Erinnerungen, die oft noch tiefer weggepackt zu sein scheinen. Je tiefer Tamara in die Erinnerungen der Weggefährt*innen ihrer Mutter eintaucht, desto mehr kommen die Szenen ihrer eigenen Kindheit an die Oberfläche. So setzt der warmherzige Film persönliche Erinnerungen an die eigene Kindheit, Gespräche mit Zeitzeugen und das Betrachten der Familienfotos zu einem Puzzle zusammen. »Meine Mutter, ein Krieg und ich« ist auch ein Film über die Allgegenwärtigkeit des Krieges, Frauen an der Front und bleibende seelische Wunden. Es ist nicht dieser Krieg in der Ukraine. Aber auch dieser Krieg wird wieder traumatisierte Mütter und Kinder erzeugen. Und wieder werden sich Kinder auf die Suche nach Antworten begeben.