Zaunkönig – Tagebuch einer Freundschaft

Hamburg Premiere
  • GenreDokumentarfilm
  • RegieIvo Zen
  • LandCH
  • Jahr2017
  • Länge87 min
  • SpracheOmU

Martin zelebrierte seinen Drogenkonsum exzessiv. Er hielt sein schillerndes Leben in einem Tagebuch fest, während sein Freund Ivo alles filmte, was sich bewegte. Sie wollten beide das Absolute, der Durchschnitt war ihnen nicht genug. Mit dem Tagebuch seines Freundes erzählt Ivo Zen die Geschichte seiner Generation – eine Geschichte von Freundschaft und der Sehnsucht, höher zu fliegen als alle anderen. Der Film taucht in eine Zeit ein, als beide auf der Schwelle zum Erwachsenwerden standen. Das Schreiben von Texten und das Anfertigen von Bildern war dabei zentral. Wie viele Jugendliche aus der Generation der 1990er Jahre, waren Martin und Ivo hin- und hergerissen zwischen dem Impuls, mehr vom Leben zu erwarten, als es bieten konnte, und dem Wunsch auszubrechen. Der Übertritt ins Erwachsenenleben stellte eine Schwelle dar, die nicht nur mit Hoffnungen, sondern auch mit Verlusten und Ängsten einherging.

Ivo Zen hat überlebt. Martin Felix starb mit 34 Jahren an seiner Sucht. Im Film verwebt der Regisseur Ivo Zen Super-8-Aufnahmen aus seinem Archiv mit Tagebuchtexten von Martin Felix: Freunde und Zeitzeugen lesen aus dem Tagebuch vor, Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen zu einer Einheit. Die Frage nach dem „Warum“ rückt in den Hintergrund. Die Frage „Was bleibt?“ wird immer dringlicher. Über die Chronik einer Jugend hinaus wird Ivo Zens Spurensuche zum Spiegel einer von Wohlstand und Ordnung geprägten Gesellschaft, in welcher Verweigerung und Selbstzerstörung bis heute etwas Verlockendes haben.

Preis für die beste Filmmusik beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis 2017 „Hier hören wir punkige, dreckige Gitarrenmusik, die – sparsam und pointiert komponiert – die Stimmung der Neunziger Jahre, in die uns der Film immer wieder rückblendenartig führt, unglaublich präsent macht. Und wir hören ein alpenländisches Akkordeon, das aber so zerrissen klingt, wie das Leben des Protagonisten.“ (Jurybegründung)

Im Anschluß Gespräch mit Regisseur Ivo Zen und Filmemacher Philipp Hartmann.

Hamburg Premiere

Zaunkönig – Tagebuch einer Freundschaft

Ivo Zen, CH 2017, 87min, OmU

Martin zelebrierte seinen Drogenkonsum exzessiv. Er hielt sein schillerndes Leben in einem Tagebuch fest, während sein Freund Ivo alles filmte, was sich bewegte. Sie wollten beide das Absolute, der Durchschnitt war ihnen nicht genug. Mit dem Tagebuch seines Freundes erzählt Ivo Zen die Geschichte seiner Generation – eine Geschichte von Freundschaft und der Sehnsucht, höher zu fliegen als alle anderen. Der Film taucht in eine Zeit ein, als beide auf der Schwelle zum Erwachsenwerden standen. Das Schreiben von Texten und das Anfertigen von Bildern war dabei zentral. Wie viele Jugendliche aus der Generation der 1990er Jahre, waren Martin und Ivo hin- und hergerissen zwischen dem Impuls, mehr vom Leben zu erwarten, als es bieten konnte, und dem Wunsch auszubrechen. Der Übertritt ins Erwachsenenleben stellte eine Schwelle dar, die nicht nur mit Hoffnungen, sondern auch mit Verlusten und Ängsten einherging.

Ivo Zen hat überlebt. Martin Felix starb mit 34 Jahren an seiner Sucht. Im Film verwebt der Regisseur Ivo Zen Super-8-Aufnahmen aus seinem Archiv mit Tagebuchtexten von Martin Felix: Freunde und Zeitzeugen lesen aus dem Tagebuch vor, Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen zu einer Einheit. Die Frage nach dem „Warum“ rückt in den Hintergrund. Die Frage „Was bleibt?“ wird immer dringlicher. Über die Chronik einer Jugend hinaus wird Ivo Zens Spurensuche zum Spiegel einer von Wohlstand und Ordnung geprägten Gesellschaft, in welcher Verweigerung und Selbstzerstörung bis heute etwas Verlockendes haben.

Preis für die beste Filmmusik beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis 2017 „Hier hören wir punkige, dreckige Gitarrenmusik, die – sparsam und pointiert komponiert – die Stimmung der Neunziger Jahre, in die uns der Film immer wieder rückblendenartig führt, unglaublich präsent macht. Und wir hören ein alpenländisches Akkordeon, das aber so zerrissen klingt, wie das Leben des Protagonisten.“ (Jurybegründung)

Im Anschluß Gespräch mit Regisseur Ivo Zen und Filmemacher Philipp Hartmann.