Wie die anderen

  • GenreDokumentarfilm
  • RegieConstantin Wulff
  • LandAT
  • Jahr2015
  • Länge95 min
  • Websitevisit

Über eineinhalb Jahre hat Regisseur Constantin Wulff den Alltag der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie im niederösterreichischen Landesklinikum in Tulln verfolgt. Sein unsentimental einfühlender Film zeigt institutionelle Arbeit als permanenten Balanceakt: zwischen Behutsamkeit und Druck, Routine und emotionaler Involviertheit, Regelwerk und Improvisation. Im Direct Cinema-Stil gedreht, verzichtet der Fim auf Interviews und Off-Kommentare, fokussiert stattdessen ganz auf die sozialen Situationen, die sich bei Behandlungsgesprächen und Diagnoseentscheidungen, therapeutischen Übungen und Teambesprechungen ereignen.

Den Boden des Tullner Landesklinikums verlässt WIE DIE ANDEREN nie, trotzdem bleibt das Draußen durchgehend präsent: als Herausforderung dessen, was drinnen von Ärztinnen, Therapeuten, Pädagoginnen, Pflegern geleistet werden kann. Ausdiskutiert werden in den Abteilungsbesprechungen so nicht nur Diagnosen, sondern wiederholt auch Strategien, wie Kinder bei Verdacht auf Misshandlung und Missbrauch möglichst langfristig und schonend geschützt werden können. Gesundheitspolitische Versäumnisse, insbesondere der Fachärztemangel in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, werden virulent, wenn Primar Paulus Hochgatterer in einer hitzigen Schlüsselszene wegen des Personalmangels der Abteilung zur Rede gestellt wird.

Wie schon Wulffs mehrfach ausgezeichnete Geburtenklinik-Studie IN DIE WELT (2008) verknüpft WIE DIE ANDEREN seine Beobachtungen zur vielschichtigen Untersuchung einer Institution und ihrer gesellschaftlichen Funktion: Wieviel Hilfe kann die Klinik leisten, und wieviel Anpassungsdruck, wie die anderen zu werden, ist bereits in dieser Hilfe enthalten? Wie sehr ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie fähig, Leben zum Besseren zu beeinflussen und wie weit kann und muss sie über den einzelnen Menschen hinaus reichen?

Wie die anderen

Constantin Wulff, AT 2015, 95min

Über eineinhalb Jahre hat Regisseur Constantin Wulff den Alltag der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie im niederösterreichischen Landesklinikum in Tulln verfolgt. Sein unsentimental einfühlender Film zeigt institutionelle Arbeit als permanenten Balanceakt: zwischen Behutsamkeit und Druck, Routine und emotionaler Involviertheit, Regelwerk und Improvisation. Im Direct Cinema-Stil gedreht, verzichtet der Fim auf Interviews und Off-Kommentare, fokussiert stattdessen ganz auf die sozialen Situationen, die sich bei Behandlungsgesprächen und Diagnoseentscheidungen, therapeutischen Übungen und Teambesprechungen ereignen.

Den Boden des Tullner Landesklinikums verlässt WIE DIE ANDEREN nie, trotzdem bleibt das Draußen durchgehend präsent: als Herausforderung dessen, was drinnen von Ärztinnen, Therapeuten, Pädagoginnen, Pflegern geleistet werden kann. Ausdiskutiert werden in den Abteilungsbesprechungen so nicht nur Diagnosen, sondern wiederholt auch Strategien, wie Kinder bei Verdacht auf Misshandlung und Missbrauch möglichst langfristig und schonend geschützt werden können. Gesundheitspolitische Versäumnisse, insbesondere der Fachärztemangel in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, werden virulent, wenn Primar Paulus Hochgatterer in einer hitzigen Schlüsselszene wegen des Personalmangels der Abteilung zur Rede gestellt wird.

Wie schon Wulffs mehrfach ausgezeichnete Geburtenklinik-Studie IN DIE WELT (2008) verknüpft WIE DIE ANDEREN seine Beobachtungen zur vielschichtigen Untersuchung einer Institution und ihrer gesellschaftlichen Funktion: Wieviel Hilfe kann die Klinik leisten, und wieviel Anpassungsdruck, wie die anderen zu werden, ist bereits in dieser Hilfe enthalten? Wie sehr ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie fähig, Leben zum Besseren zu beeinflussen und wie weit kann und muss sie über den einzelnen Menschen hinaus reichen?