Superstar – The Karen Carpenter Story

Dokumentarfilmwoche Hamburg
  • GenreDokumentarfilm
  • RegieTodd Haynes
  • LandUSA
  • Jahr1987
  • Länge43 min
  • SpracheOV

Der legendäre „verbotene“ Film ist Teil eines Carpenters-Abend und Eröffnung der Retrospektive „FOKUS“.

Todd Haynes inszeniert die Geschichte von Karen Carpenter, Sängerin des Geschwisterduos „The Carpenters“, die Ende der Sechziger Jahre mit ihren unschuldig-lieblichen Sounds einen Kontrast zu den Anti-Vietnam-Bewegungen boten. Als der Stern der Carpenters Mitte der Siebziger zu sinken begann, war nicht mehr ihre Musik im Fokus der Presse, sondern viel eher Karens Erkrankung an Anorexia Nervosa, Magersucht. Sie ging in Therapie und kehrte scheinbar gesund aus dieser zurück, um Anfang der Achtziger wieder die Arbeit an einem neuen Album mit ihrem Bruder Richard aufzunehmen. Sie starb im Alter von 33 Jahren am 4. Februar 1983 an einem Herzstillstand, der durch ihre Magersucht hervorgerufen wurde.Filmemacher Todd Haynes erzählt die Karen Carpenter auf ungewöhnliche Art nach:
So wird Karen von einer brünetten Barbie dargestellt, ihr Bruder Richard hingegen von einer Ken-Puppe. Diese ist bereits die heftigste, satirische Spitze von Haynes Dokumentarfilm: Die Carpenters verkörperten Reinheit, das heile Amerika und Perfektionismus, frei von Skandalen und mit engen familiären Bindungen.

„Superstar: The Karen Carpenter Story“ will nicht die letzte Wahrheit verkünden, sondern erzählt die Geschichte mit einem respektvollen, trockenen Humor. Die Verwendung von Barbie-Puppen und der virtuose Schnitt zwischen verschiedenem Material (Haynes setzt Live-Action-Aufnahmen ein, inszeniert gestellte Interviews mit Schauspielern, schneidet Archivmaterial aus den Nachrichten jener Tage ein) lassen diese Superstar-Biographie zu einem völlig einmaligen Erlebnis abseits von spekulativen Entertainment-Dramen über den Abstieg von Celebrities werden. Ein wichtiger, vielschichtiger, ernsthafter und komischer Film.

Richard Carpenter, Karen’s Bruder, verbot 1990 gerichtlich den Vertrieb des Films, Todd Haynes hatte nie die Rechte der Verwendung der Carpenters-Hits geklärt. Einzig Bootlegs kursieren und machen es möglich den Film zu sehen. Das Museum of Modern Art hat eine Kopie, musste sich allerdings damit einverstanden erklären, sie nicht zu zeigen.

Einführung: Birgit Kohler (Berlin) und Skadi Loist (Hamburg)

11. Dokumentarfilmwoche Hamburg
09.04.2013 20:00
Dokumentarfilmwoche Hamburg

Superstar – The Karen Carpenter Story

Todd Haynes, USA 1987, 43min, OV

Der legendäre „verbotene“ Film ist Teil eines Carpenters-Abend und Eröffnung der Retrospektive „FOKUS“.

Todd Haynes inszeniert die Geschichte von Karen Carpenter, Sängerin des Geschwisterduos „The Carpenters“, die Ende der Sechziger Jahre mit ihren unschuldig-lieblichen Sounds einen Kontrast zu den Anti-Vietnam-Bewegungen boten. Als der Stern der Carpenters Mitte der Siebziger zu sinken begann, war nicht mehr ihre Musik im Fokus der Presse, sondern viel eher Karens Erkrankung an Anorexia Nervosa, Magersucht. Sie ging in Therapie und kehrte scheinbar gesund aus dieser zurück, um Anfang der Achtziger wieder die Arbeit an einem neuen Album mit ihrem Bruder Richard aufzunehmen. Sie starb im Alter von 33 Jahren am 4. Februar 1983 an einem Herzstillstand, der durch ihre Magersucht hervorgerufen wurde.Filmemacher Todd Haynes erzählt die Karen Carpenter auf ungewöhnliche Art nach:
So wird Karen von einer brünetten Barbie dargestellt, ihr Bruder Richard hingegen von einer Ken-Puppe. Diese ist bereits die heftigste, satirische Spitze von Haynes Dokumentarfilm: Die Carpenters verkörperten Reinheit, das heile Amerika und Perfektionismus, frei von Skandalen und mit engen familiären Bindungen.

„Superstar: The Karen Carpenter Story“ will nicht die letzte Wahrheit verkünden, sondern erzählt die Geschichte mit einem respektvollen, trockenen Humor. Die Verwendung von Barbie-Puppen und der virtuose Schnitt zwischen verschiedenem Material (Haynes setzt Live-Action-Aufnahmen ein, inszeniert gestellte Interviews mit Schauspielern, schneidet Archivmaterial aus den Nachrichten jener Tage ein) lassen diese Superstar-Biographie zu einem völlig einmaligen Erlebnis abseits von spekulativen Entertainment-Dramen über den Abstieg von Celebrities werden. Ein wichtiger, vielschichtiger, ernsthafter und komischer Film.

Richard Carpenter, Karen’s Bruder, verbot 1990 gerichtlich den Vertrieb des Films, Todd Haynes hatte nie die Rechte der Verwendung der Carpenters-Hits geklärt. Einzig Bootlegs kursieren und machen es möglich den Film zu sehen. Das Museum of Modern Art hat eine Kopie, musste sich allerdings damit einverstanden erklären, sie nicht zu zeigen.

Einführung: Birgit Kohler (Berlin) und Skadi Loist (Hamburg)

11. Dokumentarfilmwoche Hamburg
09.04.2013