Im Sommer 1929 dreht eine Gruppe junger Film-Enthusiasten auf den Straßen Berlins einen Film, dessen Drehbuch sie zwischen den Aufnahmen am Kaffeehaustisch improvisieren. Vier spätere Hollywood-Regisseure beobachten die Berliner bei ihren Freizeitvergnügen, beim Baden, Faulenzen, Flirten und Streiten. Ein Film über das unbeschwerte und einfache Leben.
Durchsetzt mit dokumentarischen Bildern der Stadt entstand eine wunderbare Sommergeschichte über das Lebensgefühl der Berliner Ende der zwanziger Jahre, die dem Film bis heute seinen avantgardistischen Charme verleiht und der als Vorläufer des späteren Neorealismus gilt.
Die Darsteller sind Laien, die z.T. auf der Straße angesprochen wurden.
Live vertont wird das Meisterwerk von Anne Wiemann (Saxofon, Flöte, Sounds) und Ulrich Kodjo Wendt (Diatonisches Akkordeon und Live-Elektronik).
Das junge Regie-Team entfernte sich mit seinen späteren Filmen weit von diesen realistischen Anfängen. Alle mussten bei oder nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ihre Heimat verlassen. In Hollywood stiegen sie zu Regisseuren von Weltrang auf: Während Robert Siodmak zu einem Meister des Film noir wurde, wurden die B-Filme von Edgar G. Ulmer erst spät gewürdigt. Drehbuchautor Billy Wilder war im Drama ebenso wie in der Komödie und im Film noir zuhause, schuf Klassiker wie „Double Indemnity“ („Frau ohne Gewissen“, 1944) und „Some Like It Hot“ (1959) und gewann bei 21 Nominierungen sechs Oscars. Curt Siodmak, der die Idee zu „Menschen am Sonntag“ beisteuerte, reüssierte in Hollywood vor allem als Drehbuchautor von Horrorfilmen. Zum Team gehörte als Assistent von Kameramann Eugen Schüfftan, der schon für die Tricks von „Metropolis“ verantwortlich zeichnete und 1962 für seine Arbeit an „The Hustler“ („Haie der Großstadt“; Robert Rossen, 1961) gewann, auch Fred Zinnemann, dem in Hollywood mit Filmen wie „High Noon“ (1952) oder „From Here to Eternity“ („Verdammt in alle Ewigkeit“, 1953) ebenfalls Welterfolge gelangen.
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Menschen am Sonntag
Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer, B: Billy Wilder, K: Fred Zinnemann, D 1930, 74min
Im Sommer 1929 dreht eine Gruppe junger Film-Enthusiasten auf den Straßen Berlins einen Film, dessen Drehbuch sie zwischen den Aufnahmen am Kaffeehaustisch improvisieren. Vier spätere Hollywood-Regisseure beobachten die Berliner bei ihren Freizeitvergnügen, beim Baden, Faulenzen, Flirten und Streiten. Ein Film über das unbeschwerte und einfache Leben.
Durchsetzt mit dokumentarischen Bildern der Stadt entstand eine wunderbare Sommergeschichte über das Lebensgefühl der Berliner Ende der zwanziger Jahre, die dem Film bis heute seinen avantgardistischen Charme verleiht und der als Vorläufer des späteren Neorealismus gilt.
Die Darsteller sind Laien, die z.T. auf der Straße angesprochen wurden.
Live vertont wird das Meisterwerk von Anne Wiemann (Saxofon, Flöte, Sounds) und Ulrich Kodjo Wendt (Diatonisches Akkordeon und Live-Elektronik).
Das junge Regie-Team entfernte sich mit seinen späteren Filmen weit von diesen realistischen Anfängen. Alle mussten bei oder nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ihre Heimat verlassen. In Hollywood stiegen sie zu Regisseuren von Weltrang auf: Während Robert Siodmak zu einem Meister des Film noir wurde, wurden die B-Filme von Edgar G. Ulmer erst spät gewürdigt. Drehbuchautor Billy Wilder war im Drama ebenso wie in der Komödie und im Film noir zuhause, schuf Klassiker wie „Double Indemnity“ („Frau ohne Gewissen“, 1944) und „Some Like It Hot“ (1959) und gewann bei 21 Nominierungen sechs Oscars. Curt Siodmak, der die Idee zu „Menschen am Sonntag“ beisteuerte, reüssierte in Hollywood vor allem als Drehbuchautor von Horrorfilmen. Zum Team gehörte als Assistent von Kameramann Eugen Schüfftan, der schon für die Tricks von „Metropolis“ verantwortlich zeichnete und 1962 für seine Arbeit an „The Hustler“ („Haie der Großstadt“; Robert Rossen, 1961) gewann, auch Fred Zinnemann, dem in Hollywood mit Filmen wie „High Noon“ (1952) oder „From Here to Eternity“ („Verdammt in alle Ewigkeit“, 1953) ebenfalls Welterfolge gelangen.