HIER SPRACH DER PREIS ist die tragisch-komische Geschichte der letzten zwei Mitarbeiterinnen im Praktiker Markt Bruchsal-Heidelsheim. Mit erhobenem Kopf und einer ordentlichen Portion Wut im Bauch durchleben sie die Ausverkaufs- und Schließungswochen ihrer langjährigen Arbeitsstelle – die Insolvenz ihres geliebten Praktiker Baumarktes. Mit dem Film erzeugt die Regisseurin Sabrina Jäger das humorvolle und einfühlsame Bild eines untergehenden Einzelhandels im provinziellen Deutschland. Ein Film über Würde und Mut, als hoffnungsvolles Zeugnis in einer Welt globaler Wirtschaftskrisen. Förderpreis 38. Duisburger Filmwoche, Dokka-Preis 2015 Karlsruhe, Libraries Award Cinéma du Réel Paris
Zu Gast: Sabrina Jäger
Noch hängen sie nicht auf Halbmast. Noch flattern sie im Wind, die gelb-blauen Praktikerfahnen in Bruchsal-Heidelsheim. Ihre Tage sind dennoch gezählt. Überall Schilder: „Alles muss raus“. Der ganze Markt ist zuplakatiert. Nigel, der englische Rabattspezialist, schleicht durch die Gänge und bringt immer neue Prozentschilder an. 70, 60, 50 Prozent! Resigniert und genervt beobachten ihn Marina und Elena. Ihre Praktiker-Arbeitskleidung tragen die beiden schon lange nicht mehr. Sie sind, sieht man von Nigel und dem Marktleiter Herrn Köberlein ab, die letzten auf der Fläche; die letzten an der Kasse. Sie halten die Stellung in einem dem Untergang geweihten Baumarkt. „Kacke am dampfen“, sagt Marina. „Aber richtig. Keine Mitarbeiter mehr da. Alle wichtigen Leute sind krank geschrieben und die Kunden behandeln dich wie Dreck.“ Zu zweit müssen sie durch die Insolvenz, durch die Schließung ihrer langjährigen Arbeitsstelle; ihres Praktiker Baumarkts; ihres zweiten Zuhauses. Und auch wenn sie den Untergang schon vor Jahren haben kommen sehen, müssen sie in diesen Herbstmonaten 2013 ohnmächtig mit ansehen, wie ihr Arbeitsplatz Stück für Stück mit Prozenten versehen und verhökert wird. Die Tore bleiben schon bald für immer geschlossen. Praktiker Deutschland ist Geschichte. Mehr als 200 Praktiker und 80 Max Bahr Filialen werden schließen. Neben Elena und Marina stehen 20.000 Arbeiter vor der Arbeitslosigkeit.
Exemplarisch am Bruchsaler Markt begleitet der Film HIER SPRACH DER PREIS die letzten verbliebenen Mitarbeiter durch die Insolvenz- und Schließungsphase. Fremdbestimmt, zwischen Kunden auf Schnäppchenjagd und der ständigen Angst vor einer ungewissen Zukunft, durchleben sie die letzten Wochen im Markt.
Es ist das Dokument eines Untergangs, ein Film über Abschied und Verlust – die tragisch-komische Geschichte eines Baumarktes im provinziellen Deutschland und zugleich exemplarischer Kampf vieler Deutscher ums überleben im krisengeschüttelten Europa. Die Regisseurin hat es geschafft, einmalige Szenen aus dem sonst für die Öffentlichkeit gesperrten, niedergehenden Großkonzern einzufangen. Über zwei Monate, nahezu täglich, beobachtete sie feinfühlig die Protagonisten in ihrem Umgang mit dieser Extremsituation.
Hamburg Premiere
Hier sprach der Preis
Sabrina Jäger, DE 2014, 72min
HIER SPRACH DER PREIS ist die tragisch-komische Geschichte der letzten zwei Mitarbeiterinnen im Praktiker Markt Bruchsal-Heidelsheim. Mit erhobenem Kopf und einer ordentlichen Portion Wut im Bauch durchleben sie die Ausverkaufs- und Schließungswochen ihrer langjährigen Arbeitsstelle – die Insolvenz ihres geliebten Praktiker Baumarktes. Mit dem Film erzeugt die Regisseurin Sabrina Jäger das humorvolle und einfühlsame Bild eines untergehenden Einzelhandels im provinziellen Deutschland. Ein Film über Würde und Mut, als hoffnungsvolles Zeugnis in einer Welt globaler Wirtschaftskrisen. Förderpreis 38. Duisburger Filmwoche, Dokka-Preis 2015 Karlsruhe, Libraries Award Cinéma du Réel Paris
Zu Gast: Sabrina Jäger
Noch hängen sie nicht auf Halbmast. Noch flattern sie im Wind, die gelb-blauen Praktikerfahnen in Bruchsal-Heidelsheim. Ihre Tage sind dennoch gezählt. Überall Schilder: „Alles muss raus“. Der ganze Markt ist zuplakatiert. Nigel, der englische Rabattspezialist, schleicht durch die Gänge und bringt immer neue Prozentschilder an. 70, 60, 50 Prozent! Resigniert und genervt beobachten ihn Marina und Elena. Ihre Praktiker-Arbeitskleidung tragen die beiden schon lange nicht mehr. Sie sind, sieht man von Nigel und dem Marktleiter Herrn Köberlein ab, die letzten auf der Fläche; die letzten an der Kasse. Sie halten die Stellung in einem dem Untergang geweihten Baumarkt. „Kacke am dampfen“, sagt Marina. „Aber richtig. Keine Mitarbeiter mehr da. Alle wichtigen Leute sind krank geschrieben und die Kunden behandeln dich wie Dreck.“ Zu zweit müssen sie durch die Insolvenz, durch die Schließung ihrer langjährigen Arbeitsstelle; ihres Praktiker Baumarkts; ihres zweiten Zuhauses. Und auch wenn sie den Untergang schon vor Jahren haben kommen sehen, müssen sie in diesen Herbstmonaten 2013 ohnmächtig mit ansehen, wie ihr Arbeitsplatz Stück für Stück mit Prozenten versehen und verhökert wird. Die Tore bleiben schon bald für immer geschlossen. Praktiker Deutschland ist Geschichte. Mehr als 200 Praktiker und 80 Max Bahr Filialen werden schließen. Neben Elena und Marina stehen 20.000 Arbeiter vor der Arbeitslosigkeit.
Exemplarisch am Bruchsaler Markt begleitet der Film HIER SPRACH DER PREIS die letzten verbliebenen Mitarbeiter durch die Insolvenz- und Schließungsphase. Fremdbestimmt, zwischen Kunden auf Schnäppchenjagd und der ständigen Angst vor einer ungewissen Zukunft, durchleben sie die letzten Wochen im Markt.
Es ist das Dokument eines Untergangs, ein Film über Abschied und Verlust – die tragisch-komische Geschichte eines Baumarktes im provinziellen Deutschland und zugleich exemplarischer Kampf vieler Deutscher ums überleben im krisengeschüttelten Europa. Die Regisseurin hat es geschafft, einmalige Szenen aus dem sonst für die Öffentlichkeit gesperrten, niedergehenden Großkonzern einzufangen. Über zwei Monate, nahezu täglich, beobachtete sie feinfühlig die Protagonisten in ihrem Umgang mit dieser Extremsituation.