FebruarMärz 2019
PROGRAMM

Donnerstag 07.03.19, 20.00 Uhr         

#Female Pleasure
Barbara Miller, CH/D 2018, 97 min, OmU

Fünf mutige, kluge und selbstbestimmte Frauen stehen im Zentrum von Barbara Millers
Dokumentarfilm #FEMALE PLEASURE. Sie brechen das Tabu des Schweigens und der Scham,
das ihnen die Gesellschaft oder ihre religiösen Gemeinschaften mit ihren
archaisch-patriarchalen Strukturen auferlegen. Mit einer unfassbaren positiven Energie
und aller Kraft setzen sich Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko,
Doris Wagner und Vithika Yadav für sexuelle Aufklärung und Selbstbestimmung
aller Frauen ein, hinweg über jedwede gesellschaftliche sowie religiöse Normen
und Schranken. Dafür zahlen sie einen hohen Preis – sie werden öffentlich diffamiert,
verfolgt und bedroht, von ihrem ehemaligen Umfeld werden sie verstoßen und
von Religionsführern und fanatischen Gläubigen sogar mit dem Tod bedroht. 
#FEMALE PLEASURE ist ein Film, der schildert, wie universell und alle kulturellen
und religiösen Grenzen überschreitend die Mechanismen sind, die die Situation
der Frau – egal in welcher Gesellschaftsform – bis heute bestimmen.
Gleichzeitig zeigen die fünf Protagonistinnen, wie man mit Mut, Kraft und Lebensfreude
jede Struktur verändern kann.

Die Protagonistinnen:

DEBORAH FELDMAN wuchs abgeschottet in einer ultraorthodoxen jüdischen Familie
im New Yorker Quartier Williamsburg auf. Mit 17 Jahren wurde sie an einen jungen Mann
verheiratet, den sie eineinziges Mal zuvor gesehen hatte. Unmittelbar vor ihrer
Hochzeitsnacht hörte Deborah das erste Mal in ihrem Leben von Sex und ihren Pflichten
als Ehefrau. Sie begann nach Wegen zu suchen, die Gemeinschaft, mit ihrem Sohn,
zu verlassen. Heute lebt Deborah als erfolgreiche Schriftstellerin mit ihrem Sohn
ein freies, selbstbestimmtes Leben in Berlin. Sie ist seit der Veröffentlichung
ihres Bestsellers »Unorthodox« und »Überbitten« Hoffnungsträgerin vieler
in ultra-orthodoxen Gemeinschaften lebender Frauen.

LEYLA HUSSEIN wurde als 7-jähriges Mädchen einer streng gläubigen muslimischen Familie
genital verstümmelt. Obwohl der Koran diese Praxis nicht kennt. Seit der Geburt
ihrer Tochter kämpft sie für körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung
muslimischer Frauen in fundamentalistischen Ländern, aber auch in Europa.
Und setzt sich für das Recht aller Frauen auf eine lustvolle Sexualität ein.
Leyla kämpft heute als Psychotherapeutin und Aktivistin gegen weibliche Genitalverstümmelung
in Europa und Afrika und tritt vor der UNO und dem Englischen Parlament auf,
um die Situation gefährdeter Mädchen, auch in Europa, endlich erfolgreich zu verändern. 

Die Japanerin ROKUDENASHIKO, wuchs in einem traditionell-buddhistischen-schintoistischem
Elternhaus auf. Als Manga- und Aktionskünstlerin mit Vagina-Performances kämpft sie
gegen die Verteufelung der weiblichen Lust und Sexualität in Japan. Sie wurde deshalb
verhaftet und angeklagt; ihr drohen zwei Jahre Haft. Rokudenashiko setzt sich vehement
für die Akzeptanz der künstlerischen Darstellung der Vagina und für die künstlerische
Freiheit in ihrer Arbeit ein. Durch alle Instanzen kämpft sie für einen Freispruch
in ihrem Prozess wegen »Obszönität«.

DORIS  WAGNER, aufgewachsen in einer streng gläubigen christlichen Familie in Bayern,
trat mit 19 Jahren in ein erzkatholisches Ordenskloster ein. Sie erlebte sexuellen
Missbrauch und kämpft seither gegen Doppelmoral und sexuelle Übergriffe
in der katholischen Kirche. Als studierte Theologin und promovierte Philosophin
engagiert sich Doris Wagner für Missbrauchsopfer der katholischen Kirche und
kirchlicher Sekten. Sie versucht eine Anerkennung der Verantwortung und ein Umdenken
seitens der katholischen Kirche, von höchster Stelle zu erwirken.

VITHIKA YADAV wuchs als Mädchen in einer traditionellen hinduistischen Familie
im nordindischen Rajasthan auf. Von klein auf lernte sie, keinem Mann in die Augen
zu schauen und sich nie allein auf die  Straße zu wagen. Doch alle Verhaltensregeln
schützten sie nicht vor dem, was der überwiegenden Mehrheit der indischen Mädchen
und Frauen täglich widerfährt: »Eve teasing« – »Eva hänseln« – nennen es
die indischen Männer; damit sind sexuelle Belästigung und Übergriffe an Mädchen
und Frauen gemeint. Doch Vithika begann, sich zu wehren. Vithika gewann 2013
den Preis für »Excellence & Innovation in Sexuality Innovation« für die von ihr
mitbegründete indische Sexualaufklärungs-Plattform »Love Matters« die heute Millionen
von Nutzer und Follower hat.

Info, Fotos und Trailer: https://www.femalepleasure.org/

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